Logo des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Zusatzlogo: Gezeichnetes Kind springt auf farbigen rechteckigen Blöcken.

PARITÄTISCHER Wohlfahrtsverband Hamburg e. V.

In die Hamburger Kindertagespflege sind drei Partnerinnen und Partner eingebunden: Der PARITÄTISCHE Hamburg, das Sozialpädagogische Fortbildungszentrum SPFZ sowie der Verein Hamburger Tagesmütter und -väter e.V.

Mit der Teilnahme am Bundesprogramm „ProKindertagespflege“ setzen sie sich zum Ziel, gemeinsam effiziente Maßnahmen zur qualitativen und quantitativen Weiterentwicklung miteinander abzustimmen. Dazu gehört primär die schrittweise Einführung des Qualifizierungshandbuchs QHB. Hamburg wird sein aktuelles Qualifizierungsangebot, das für die Kindertagespflegepersonen kostenfrei ist, komplett überplanen und an die kompetenzorientierten Inhalte des QHB anpassen. Parallel sollen verschiedene Modelle in den Themenfeldern Fachkräftegewinnung und -bindung, Zusammenwirken mit Familien und die Vergütung der Kindertagespflege in unterschiedlichen Intensitäten erarbeitet und erprobt werden. In den sieben Hamburger Bezirken werden im Rahmen des Programms Vertretungsmodelle entwickelt, erprobt und eingerichtet. Die Umsetzung wird durch die unterschiedlichen Kompetenzen der beteiligten Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner unterstützt.

Besonderheiten des Vorhabens

  • Kooperation von drei Institutionen der Kindertagespflege in unterschiedlicher Trägerschaft, die stadtweit die Kindertagespflege weiterentwickeln wollen
  • Anpassung der stufenorientierten Qualifizierung an das QHB unter Berücksichtigung der Durchlässigkeit in das landesspezifische Ausbildungssystem

Qualifizierung nach dem QHB (Kompetenzorientiertes Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege)

Hamburg verfügt bereits vor Einführung des QHB über ein differenziertes Qualifizierungssystem für Kindertagespflegepersonen, das mit seinen bisherigen drei Stufen sowohl in der Vergütungsstruktur als auch im Ausbildungssystem der pädagogischen Berufe verankert ist. Der so eingeschlagene Weg einer Qualifizierung und Professionalisierung der Kindertagespflege in Hamburg wird durch die Einführung des QHB konsequent weiter gegangen. Die Freie und Hansestadt Hamburg möchte innerhalb der bundesweiten Fachkräfteentwicklung die Anschluss- und Konkurrenzfähigkeit sowohl im Bereich der Qualifizierung der Kindertagespflegepersonen als auch im direkten Vergleich mit institutioneller Kindertagesbetreuung sichern und weiter entwickeln.
2019 startet eine Anschlussqualifizierung (160 +) von 140 UE für bereits tätige Kindertagespflegepersonen, in 2020 ein vollständiger QHB Kurs mit insgesamt 300 UE. Ein Konzept zur Akquise von geeigneten Praktikumsstellen in Kindertagespflege befindet sich in Abstimmung.

Anzahl Tagespflegepersonen

875

Logo Paritaetische Hamburg
Logo Verein Tagesmuetter Hamburg
Logo Sozialpädagogisches Fortbildungszentrum Hamburg

Themenfelder

Im Rahmen einer öffentlichen Kampagne soll Kindertagespflege als attraktives Berufsfeld bekannter gemacht und beworben werden. Dabei sollen insbesondere die Stärken gegenüber der Kindertagesbetreuung (Unabhängigkeit, Flexibilität, persönliche Bindung und Zuordnung) hervorgehoben werden. Durch die Verbesserung der Bedingungen in der Vertretung sowie durch die Verbesserungen in der Qualifizierung,  verbunden mit der Anpassung der Entgelte, sollen Fachkräfte langfristig gehalten werden.
Im November 2019 findet ein Fachtag zur Kindertagespflege statt, welcher den Auftakt zur Kampagne darstellen könnte. Ende des Jahres soll die öffentliche Wahrnehmung bereits für das Thema Kindertagespflege sensibilisiert worden sein. Diese erhöhte Aufmerksamkeit für die Kindertagespflege soll im Förderzeitraum erhalten und verstärkt werden.

Die geplanten Veränderungen in der Qualifizierung und in der Vertretung benötigen in den jeweiligen Bezirken eine engmaschige Begleitung durch die Fachberatungen für Kindertagespflege. Diese sollen an der Planung und Umsetzung der Veränderungen frühestmöglich beteiligt werden. Ggf. bedarf es einer Anpassung der Aufgabenwahrnehmung der Fachberatungen, die den neuen Bedarfen Rechnung trägt.
Der Tagesmütter-Verein wird sein eigenes Fachberatungsangebot in enger Kooperation und personeller Unterstützung mit dem Landesverband intensivieren und hat auch deswegen seine Räume in die Geschäftsstelle des PARITÄTISCHEN Hamburg verlegt.

Hamburg hat als Stadtstaat umfassende Erfahrungen mit Vielfalt und Integration. Kindertagespflegepersonen sollen noch besser in die Lage versetzt werden, auf die zunehmende Vielfalt kompetent zu reagieren. Bestehende Angebote zur kulturellen Vielfalt oder zur Trauma-Praxis sollen vertieft werden. Entsprechende Qualifizierungsangebote sollen in 2019 entwickelt und spätestens ab 2020 regelhaft angeboten werden.
Darüber hinaus sollen im Rahmen der Einführung des QHB vertiefende Qualifizierungsangebote zur Integration von Vielfalt in der Kindertagespflege gemacht werden, die den Bereich der sprachlichen, der geschlechterspezifischen sowie der kulturellen Pädagogik betreffen.

Es soll ein System mehrerer, ineinander greifender Modelle der Vertretung in der Kindertagespflege entwickelt werden. Diese berücksichtigen die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Formen der Kindertagespflege in Hamburg; von der allein arbeitenden Kindertagespflegeperson im eigenen Haushalt bis zur Großtagespflegestelle im Zusammenschluss mit mehreren Tagespflegepersonen. Im Laufe des Jahres 2019 sollen die angedachten Vertretungsmodelle auf die Hamburger Verhältnisse zugeschnitten werden. Wenn möglich soll mit einem ersten Vertretungsstützpunkt bereits im vierten Quartal 2019 begonnen werden. Im Jahr 2020 sollen dann weitere Stützpunkte folgen sowie die notwendigen Änderungen in der Kindertagespflegeverordnung vorgenommen werden, um 2021 in allen Hamburger Bezirken neue Vertretungsmodelle einführen zu können.

Das Zusammenwirken mit Familien ist immanente Voraussetzung für gelingende Kindertagespflege. Daher sollen Eltern in Qualifizierungsprozesse und der Erprobung neuer Modelle eingebunden werden.
Insbesondere die Einführung neuer Vertretungsmodelle bedarf der engen Verzahnung mit den Eltern, da zukünftig jede Kindertagespflegeperson fest an ein Vertretungsmodell gebunden werden soll. Bereits bei der ersten Beschäftigung mit verschiedenen Vertretungsmodellen bei einem Workshop wurden die Eltern beteiligt. Diesen Weg der Einbindung wollen wir weiter verfolgen.

Kindertagespflege soll als eigenständiges und kompetentes Betreuungsangebot erkennbar werden (2019) und sich entwickeln. Die grundsätzliche Struktur der unterschiedlichen Formen der Kindertagespflege  mit Betreuung im eigenen Haushalt, im Haushalt des Kindes sowie kleinen und großen Großtagespflegestellen soll in seiner Form insbesondere auch als Alternative zur Kita erhalten bleiben. Berührungen und Abgrenzungen zum sehr gut ausgebauten System der institutionellen Kindertagesbetreuung können in den Expertenpool eingebracht werden. Sie stellen grundlegende Eckpfeiler in der bundesweiten Angleichung der Tätigkeitsbedingungen dar und bilden eine gute Grundlage für eine umfassende fachliche Auseinandersetzung.

Die Vergütung der Kindertagespflegepersonen erfolgt in Hamburg kindbezogen nach zeitlichem Betreuungsumfang und abhängig vom Alter des betreuten Kindes und der erreichten Qualifikationsstufe (QS) der Kindertagespflegeperson. Dabei wird zum einen ein Erziehungsgeld, gekoppelt an drei unterschiedliche QS, zum anderen eine Sachkostenpauschale (SK) pro Kind bezahlt. Im Rahmen der Einführung des QHB soll die Einteilung in QS 1-3 mit den neuen Anforderungen abgeglichen werden. Voraussichtlich ist eine Anpassung der Mindeststandards vorzunehmen.
Auf Hamburger Ebene bedürfte es außerdem einer neuen Möglichkeit der Investitions- und Mietkostenerstattung, um den besonderen Gegebenheiten auf dem Hamburger Mietwohnungsmarkt gerecht zu werden.

Kontakt

Trägerwebseite:

https://www.paritaet-hamburg.de/

Kooperationspartner*innen:

Der PARITÄTISCHE Hamburg (Koordinierungsstelle)

Hamburger Tagesmütter und -väter e.V.

Sozialpädagogisches Fortbildungszentrum (SPFZ)

Adresse:

Der PARITÄTISCHE Hamburg
Wandsbeker Chaussee 8
22089 Hamburg

Ansprechpartner*innen:

Gudrun Müller, Leiterin Koordinierungsstelle Bundesprogramm ProKindertagespflege
E-Mail: gudrun.mueller@paritaet-hamburg.de

Seite drucken