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Freie Hansestadt Bremen - Senatorin für Kinder und Bildung

In Bremen wurde die Kindertagespflege im Rahmen des Vorgängerprogramms umfänglich in den regionalen „Entwicklungsplan Kindertagesbetreuung“ der Stadt Bremen eingebunden und die Qualifizierung grundsätzlich auf das neue QHB umgestellt. Im Vorgängerprogramm haben die Struktur und die Qualität der pädagogischen Arbeit in den Kindertagespflegestellen und im PiB-Fachdienst Kindertagespflege positive Impulse erfahren und sich weiterentwickelt. Mit dem Bundesprogramm „ProKindertagespflege“ bekommt Bremen die Möglichkeit, hieran anzuknüpfen: zum einen mit der Qualitätssicherung in der Fachberatung durch die Erarbeitung eines Qualitätshandbuches und zum anderen mit der inhaltlichen Weiterentwicklung im Bereich der Inklusion. Mit weiteren festangestellten Kindertagespflegepersonen können die erfolgreichen Vertretungsmodelle verstetigt. Eine umfassende Evaluation der Vertretungsmodelle ist geplant. Durch die Entwicklung eines Projektes zur Fachkräftegewinnung sollen mehr Plätze in Kindertagespflege geschaffen werden. Professionalisierung, Profilschärfung und ausreichende Vergütung stellen eine wesentliche Voraussetzung zur Fachkräftebindung dar und sollen in den kommenden drei Jahren bearbeitet werden. Die Koordinierungsstelle wird vermehrt mit den institutionellen Betreuungssystemen kooperieren, gemeinsam entwickeln und Synergien nutzen. Durch gezielte Vernetzung sollen Eltern (z. B. mit Migrationshintergrund) über das Betreuungsangebot Kindertagespflege informiert werden. Ziel ist es, Zugangswege zur Kindertagespflege zu vereinfachen.

Besonderheiten des Vorhabens

  • Vertiefung und Verstetigung der erfolgreichen Modelle aus dem Vorgängerprogramm wie z. B.

    • Vertretungs-Stützpunkte mit festangestellten Kindertagespflegepersonen,
    • einem Qualitätshandbuch für die Fachberatung sowie
    • Umsetzung des Inklusions-Konzepts

Qualifizierung nach dem QHB (Kompetenzorientiertes Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege)

Das QHB wurde im Rahmen des Vorgängerprogramms in Bremen eingeführt und auch die Anschlussqualifizierung für bereits tätige Kindertagespflegepersonen findet regelmäßig statt. Die Finanzierung ist über den Senat der Freien Hansestadt Bremen gesichert. Seitdem werden alle angehenden Kindertagespflegepersonen vom Paritätischen Bildungswerk nach dem QHB qualifiziert. Pro Jahr soll es zwei QHB-Kurse (300 UE) mit jeweils 12 bis 14 Teilnehmenden geben.
Obwohl bereits viele an der Anschlussqualifizierung (160+) teilnehmen konnten, soll dies nun allen bereits erfahrenen Kindertagespflegepersonen ermöglicht werden. Es wird pro Jahr eine Anschlussqualifizierung für ca. 22 Personen stattfinden.

Anzahl Tagespflegepersonen

259

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Themenfelder

Die Erwartungen an die Kompetenzen der KTPP sind vor dem Hintergrund eines erweiterten Aufgabenspektrums deutlich gewachsen. Um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten, ist eine Profilschärfung und Attraktivität des Arbeitsfeldes erforderlich. Hierzu sollen in Kooperation mit einschlägigen und weiteren Kooperationspartnern Projekte entwickelt werden. Ausgehend von den Fragen

  • Welche Faktoren begünstigen die Gewinnung neuer Kindertagespflegepersonen?
  • Wie können Kindertagespflegepersonen motiviert werden, in dem Arbeitsfeld zu verbleiben?

soll die Akquise (neu) strukturiert werden. Ein Fokus gilt dabei, Menschen mit Migrationshintergrund als Kulturmittler für Eltern und Kinder zu gewinnen.

Für die Fachberatung ist die Beratung und Begleitung von Kindertagespflegepersonen durch die kontinuierliche Professionalisierung des Tätigkeitsfeldes immer komplexer und anspruchsvoller geworden. Um diese Entwicklungen fundiert zu unterstützen, ist eine stetige Qualitätssicherung im Bereich Fachberatung grundlegend. Das bereits erarbeitete Anforderungsprofil Fachberatung Kindertagespflege in Bremen soll weiterentwickelt werden. Qualitätsstandards in der Beratung und abgestimmte fachliche (Praxis-)Handreichungen sollen (über-)arbeitet und konzeptionell hinterlegt werden. Ziel ist ein Qualitätshandbuch „Fachberatung“ als Orientierungs- und Arbeitshilfe für neue und erfahrene Kindertagespflegepersonen.

Erste fachliche Schritte für ein Konzept „Inklusion in Kindertagespflege“ wurden bereits beschritten: es wurde eine erste Arbeitsdefinition und eine fachliche Orientierung erarbeitet.
Ziel der Beratungsarbeit ist, Vielfalt wertschätzend anzuerkennen und zu fördern, insbesondere im Umgang mit Familien bzw. Eltern. Fachberatung und Kindertagespflegepersonen sollen Möglichkeiten und Strukturen entwickeln, um Ausgrenzung und alle Barrieren für Lernen, Spiel und Partizipation auf ein Minimum zu begrenzen. Auf Grundlage der aktuellen Arbeitsdefinition zur inklusiven Haltung soll weiter an dem „Konzept Inklusion in Kindertagespflege“ gearbeitet werden. Zur Kompetenzerweiterung und Handlungssicherheit soll , in Kooperation mit dem PBW eine neue Qualifizierung für Kindertagespflegepersonen, die von Kinder mit besonderem Förderbedarf betreuen, konzipiert und durchgeführt werden.

Die bisherigen Vertretungsmodelle sollen verstetigt und ausgebaut werden, damit der gesetzliche Anspruch auf Vertretung gesichert wird. Die Prozesse zur fachlichen Begleitung der festangestellten Vertretungspersonen sollen konzeptionell hinterlegt und weiterentwickelt werden und die bestehenden Vertretungsmodelle auf Umsetzbarkeit und Zuverlässigkeit überprüft werden. Hierzu ist geplant, Auswertungstreffen mit den beteiligten Kindertagespflegepersonen durchzuführen und eine Zufriedenheitsabfrage der Eltern durchzuführen. Elterninformationsveranstaltungen sollen zu Beginn eines Kitajahres regelmäßig stattfinden. Zum Ende des Kitajahres soll eine Auswertung mit Fokus auf Stützpunktmodell erfolgen.

PIB bietet seit 2018 Seminare für Eltern an, die Kindertagespflege als Betreuungsangebot nutzen. Diese sollen in enger Zusammenarbeit mit externen Referierenden, Kindertagespflegepersonen und Fachberatung weiterentwickelt werden. Hierbei werden Themen wie Bindung, Eingewöhnung, Kommunikation und Erziehungspartnerschaft in den Blick genommen. Um Eltern den Zugang zu verschiedenen Betreuungsangeboten zu erleichtern, die individuelle Förderung der Kinder zu verbessern sowie Übergänge zwischen Kindertagespflege und Kita bewusst zu gestalten, sollen Möglichkeiten der Kooperation zwischen Kindertagespflege und Kita verstärkt werden. Die Arbeitsschwerpunkte werden Konzeptarbeit, Projektentwicklung, Sozialraumerkundung und Vernetzung die sein.

Das besondere Profil der Kindertagespflege gegenüber den Einrichtungen soll in den nächsten Jahren weiter herausgearbeitet und gestärkt werden. Denn besonders die jungen Kinder profitieren von einem Betreuungsangebot in kleinen Gruppen, einer verlässlichen Bezugsperson und individueller pädagogischer Arbeit. Doch die Kindertagespflege stellt sich in der Vielfalt der Formen nicht einheitlich dar, sondern differenziert sich zunehmend in ihren Formen. Diese Unterschiede in den Betreuungssettings u. Handlungsanforderungen zu erarbeiten sowie die Professionalisierung der Kindertagespflege voranzutreiben, wird zentrale Aufgabe in der kommenden Zeit sein.

Qualifizierte Kindertagespflegepersonen sehen ihre Tätigkeit immer öfter als dauerhaften Beruf und nicht, wie noch vor einigen Jahren, als „Zuverdienst“ in einer bestimmten Lebensphase. Allerdings verbinden sie diese Verbindlichkeit mit einer Verbesserung insbesondere der finanziellen Rahmenbedingungen. Es soll eine Vergütungskonzept entwickelt werden, das der Spannweite der unterschiedlichen Angebote und Herausforderungen gerecht wird und attraktiv für Kindertagespflegepersonen ist, das ein gerechtes Verhältnis zwischen den unterschiedlichen Qualifikationsniveaus berücksichtigt. Diese Verbesserung wollen wir nicht nur im Lande Bremen schaffen, sondern im Expertenpool des Bundesprogramms „ProKindertagespflege“ einfließen lassen.

Kontakt

Kooperationspartner*innen:

PiB – Pflegekinder in Bremen gGmbH

Adresse:

Senatorin für Kinder und Bildung
Rembertiring 8-12
28195 Bremen

Ansprechpartner*innen:

Kathrin Blumenhagen und
Referatsleiterin
Tel.: 0421-36131051
E-Mail: kathrin.blumenhagen@kinder.bremen.de

K. Julia Jung-Schneider
Sachbearbeiterin Kindertagespflege
Tel.: 0421-36150457
E-Mail: kaijulia.jung-schneider@kinder.bremen.de

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