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FAQs zum Bundesprogramm "ProKindertagespflege"

Das Bundesprogramm „ProKindertagespflege“ will das Profil der Kindertagespflege als gleichwertiges und starkes Betreuungsangebot stärken und deutlicher in der Öffentlichkeit präsentieren. Eltern wie auch Fachkräfte sollen gezielt auf die Stärken der Kindertagespflege aufmerksam gemacht werden und die Faktoren für eine gute Betreuung durch Tageseltern erarbeiten. Das Bundesprogramm „ProKindertagespflege“ ist damit ein weiterer Puzzlestein in den Maßnahmen des BMFSFJ, die Qualität in der Kindertagesbetreuung voranzubringen, aber auch die Teilhabe der Kinder an guter Bildung und die Teilhabe der Familien am gesellschaftlichen Leben zu unterstützen.

1.    Koordinierungsstelle
Die Träger der Kindertagespflege erhalten eine zusätzliche Koordinierungsstelle, die innerhalb der Fachberatung für Kindertagespflege die Vernetzung und Kooperation aller Akteure initiiert und koordiniert, um gemeinsam die Ziele im Bundesprogramm „ProKindertagespflege“ umzusetzen. Die Förderung der Koordinierungsstelle umfasst die Personalausgaben für eine gesamte Vollzeitstelle mit herausgehobener und verantwortungsvoller Tätigkeit sowie eine Pauschale für Sachausgaben der Verwaltung.

Diese Koordinierungsstelle wird sich über die kommunalen Grenzen hinaus mit den anderen Standorten aus dem Bundesprogramm „ProKindertagespflege“ vernetzen und in einem sogenannten Expertenpool wesentliche Faktoren erarbeiten, die zur Qualität in Kindertagespflege beitragen. In entsprechenden Publikationen werden diese veröffentlicht und stehen mit Ablauf des Programms für alle Jugendämter zur Verfügung.

Auf diese Weise unterstützt das BMFSFJ die Entwicklung von Kriterien zur Kindertagespflege, die für jede Kommune gleichermaßen anwendbar sind und eine Orientierung bieten, allerorts die Qualität voranzubringen.

2.    Qualifizierung der Kindertagespflegepersonen
Die Träger der Kindertagespflege erhalten eine Förderung zur Umsetzung des QHB. Das QHB ist das vom BMFSFJ in Auftrag gegebene Konzept zur Qualifizierung von Kindertagespflegepersonen und setzt neue Maßstäbe. Neben der Erweiterung der Unterrichtseinheiten von 160 auf 300 sind Praktika in Kitas und Phasen zum Selbstlernen vorgesehen. Da Tageseltern im Durchschnitt 45 Jahre alt sind, setzt das QHB methodisch an den neuesten Erkenntnissen zur Erwachsenenbildung an. Im Vordergrund steht dabei die Orientierung an den Kompetenzen der Teilnehmenden, denn fast alle Tageseltern bringen Erfahrungen aus anderen Berufsfeldern mitbringen. Daher lautet der Titel des Konzepts „Kompetenzorientiertes Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege“. Dieser Ansatz ist eine gute Grundlage, neue Zielgruppen zu erschließen, die zuvor in pflegerischen, gewerblichen, handwerklichen und sogar akademischen Berufen tätig waren. Zudem bietet das QHB eine gute Grundlage, die Durchlässigkeit zu pädagogischen Berufen anzubahnen. Damit eröffnen sich für die Teilnehmenden (neue) berufliche Perspektiven und ggf. ein Wechsel in einen Beruf, der anspruchsvoll wie auch vielseitig ist.

3.    Verbesserung der Qualität in zentralen Themenfeldern
Die Träger der Kindertagespflege erhalten eine Förderung zur Entwicklung und Erprobung von innovativen Modellen, die die Kindertagespflege in zentralen Themenfelder voranbringen soll. Die sieben Themenfelder (Fachkräftegewinnung und Fachkräftebindung, Fachberatung, Vertretung, Inklusion, Zusammenwirken mit Familien, Profil Kindertagespflege und Vergütung KTP) tragen maßgeblich zur Stärkung des Profils innerhalb der Kindertagesbetreuung bei. Alle sieben Themenfelder flankieren die Ziele der anderen Programme des Bundesfamilienministeriums und insbesondere mit den neuen Gesetzen, die das BMFSFJ auf den Weg gebracht hat und bringen wird.

Die Tagesmutter und der Tagesvater sind mit ihrer Tätigkeit eng vernetzt mit den Jugendämtern, für die sie tätig sind. Die Jugendämter in den Kommunen sind für die Qualität in Kindertagespflege zuständig. Dieser Verantwortung kommen sie nach, indem sie die Auswahl und Eignung der Tageseltern und deren Qualifizierung gewährleisten, aber auch die Eltern bei der Wahl der optimalen Betreuung beraten. Solange das Kind die Tagesmutter oder den Tagesvater besucht, ist eine Fachberatung im Jugendamt verpflichtet, die Beteiligten zu begleiten. Daher sollen Jugendämter befähigt werden, die Qualität in ihrer Stadt oder in ihrem Landkreis voranzubringen. Mit dem Expertenpool, an dem sich jedes geförderte Jugendamt beteiligen muss, werden die Erfahrungen zusammengetragen, ausgewertet und veröffentlicht, um anderen Jugendämtern eine Orientierung zur Verbesserung der Qualität in Kindertagespflege bieten zu können.

Tageseltern profitieren vom Bundesprogramm „ProKindertagespflege“ durch Verbesserung der Qualifizierung und der Tätigkeitsbedingungen. Die bessere Qualifizierung geht umfassend auf die anspruchsvolle Tätigkeit, aber auch auf die Selbstständigkeit ein, so dass Tageseltern sich gut auf die Herausforderungen vorbereiten können. Das QHB sieht einen hohen Praxisanteil vor, so dass das Gelernte unmittelbar angewendet werden kann und sich die Teilnehmenden kontinuierlich austauschen können. Diese Austauschrunden bleiben in der Regel auf Dauer bestehen.

Darüber hinaus kann das QHB die Durchlässigkeit in pädagogische Berufe ebnen, so dass sich für die Teilnehmenden eine berufliche Perspektive eröffnet. Das ist ein wichtiger Meilenstein im neuen Bundesprogramm „ProKindertagespflege“.

Wichtig sind zudem gute Bedingungen für die Ausübung der Tätigkeit. So wird jeder geförderte Standort die Vertretungssituation für die Tageseltern verbessern und entsprechende Modelle erproben und dauerhaft etablieren. Auf diese Weise ist für die Tageseltern der Ausfall bei Krankheit oder bei Fortbildungen gesichert, aber auch die Betreuung der Kinder gewährleistet, was insbesondere von Eltern gewünscht wird.

Die Erfahrungen aus den bisherigen Programmen zeigen, dass das Themenfeld „Fachberatung“ dazu beiträgt, deren Know-How auf die Wissensgebiete der Kindertagespflege zu spezialisieren, aber auch die Identifikation der Fachberatenden mit Kindertagespflege zu stärken. Die Kommunikation zwischen Fachberatenden und Tageseltern erfolgt damit auf Augenhöhe.

Im Themenfeld Inklusion sind in der Regel Fortbildungen für Tagesmütter und Tagesväter vorgesehen. Darüber hinaus unterstützt der Träger der Kindertagespflege die Vernetzung mit anderen Fachdiensten sowie Maßnahmen für die einzelnen Betreuungsplätze, wie Ausstattung oder (supervisorische) Beratung.

Sowohl die Umsetzung des QHB wie auch die Entwicklung und Erprobung innovativer Modelle bedürfen in der Regel einen Zeitraum von drei Jahren, bis sie sich etabliert haben und von den Beteiligten bewusst und dauerhaft angenommen werden. Im Laufe dieses Zeitraumes können konkrete Fakten (wie Kosten und Nutzen) ermittelt werden, auf deren Grundlage die Entscheidung in den Kommunen herbeigeführt wird, diese Modelle dauerhaft zu finanzieren. Das Bundesprogramm „ProKindertagespflege“ setzt insbesondere auf die Verstetigung des QHB, die voraussichtlich auf andere Jugendämter ausstrahlen wird.

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