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Stadt Gera

In der Stadt Gera soll die öffentliche Wahrnehmung der Kindertagespflege als etablierter Bestandteil des lokalen Gesamtsystems der Kindertagesbetreuung verbessert werden. Nicht nur die Flexibilisierung von Arbeitszeiten sondern auch der Wunsch nach besonders familienähnlichen Betreuungsangeboten erhöht die Nachfrage in der Kindertagespflege. Mit dem Bundesprogramm „Prokindertagespflege“ soll der quantitative Ausbau durch Gewinnung und Ausbildung von Tagespflegepersonen und die qualitative Entwicklung durch entsprechende Fachberatung und Gestaltung der Tätigkeitsbedingungen vorangebracht werden. Die Koordinierungsstelle wird den Diskurs zur Weiterentwicklung der Kindertagespflege auf Landesebene unterstützen und sich für deren Formenvielfalt einsetzen. Ein umsetzbares Vertretungsmodell soll realisiert und eine Strategie zur Inklusion in den Tagespflegestellen erarbeitet werden. Erfahrener  Kooperationspartner für die Umsetzung des QHB  ist die "Ländliche Erwachsenenbildung Thüringen e.V.", die die Qualifizierungsmaßnahmen vor Ort anbieten wird.

Besonderheiten des Vorhabens

  • Etablierung der Kindertagespflege als integraler Bestandteil im lokalen Gesamtsystem der Kindertagesbetreuung

Qualifizierung nach dem QHB (Kompetenzorientiertes Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege)

Wesentlicher Bestandteil der qualitativen Entwicklung der Kindertagespflege ist die Implementierung der Qualifizierung nach QHB, die zukünftig als Voraussetzung für die Erteilung der Pflegeerlaubnis in den Richtlinien der Stadt Gera festgelegt werden soll. Der kooperierende Bildungsträger „Ländliche Erwachsenenbildung Thüringen e.V. - LEB" soll die Qualifizierungsmaßnahmen bedarfsgerecht in Vollzeit oder Teilzeit anbieten. Kooperationen mit tätigen Kindertagespflegepersonen und Trägern von Kindertageseinrichtungen sichern die Praktikumsphasen.

Anzahl Tagespflegepersonen

9 (Stand August 2019)

Themenfelder

Intensive Öffentlichkeitsarbeit, Informationsveranstaltungen, Beratung und Begleitung sollen die Wahrnehmung der Kindertagespflege deutlich verbessern und die Motivation zur Tätigkeit als Kindertagespflegeperson erhöhen. Kooperationspartner wie die Arbeitsagentur, das Jobcenter u. a. werden in die Gewinnung von Kindertagespflegepersonen einbezogen. Diese erhalten intensive fachliche Unterstützung durch die Koordinierungsstelle.

Die bereits etablierte Fachberatung bei der Stadt Gera steht Eltern und Kindertagespflegepersonen als Ansprechpartner in fachlichen und strukturellen Fragen zur Verfügung. Fachspezifische individuelle Fortbildungen, Supervision und Reflexion und regionale sowie überregionale Vernetzung dienen der Unterstützung und Weiterentwicklung. Dazu wird die Einführung von Qualitätssicherungsverfahren und entsprechenden Instrumenten angestrebt. 

Zur Umsetzung der Inklusion in der Kindertagespflege sollen transparente Strukturen geschaffen werden, die gute Beratungsangebote der Fachberatung für Eltern und Kindertagespflegepersonen bereithalten. Um die Betreuung von Kindern aus besonderen Lebenslagen oder mit Migrationshintergrund zu unterstützen, können Kindertageseltern ihre Kompetenzen in Fort- und Weiterbildungen zur inklusiven Pädagogik erweitern. Vernetzung ermöglicht die Einbeziehung anderer Fachdienste und Kooperationspartner, wie etwa die Migrationsberatung.

Die Weiterentwicklung der Kindertagespflege und ihre Profilierung als gleichrangiges Angebot erfordert auch die Schaffung eines tragfähigen, praktikablen und verlässlichen Vertretungssystems. Kontaktstunden der Vertretungsperson(en) mit den Kindern in den Kindertagespflegestellen sind Bestandteil des Modells, um Stressbelastungen von Kindern zu vermeiden. Die Gewährleistung der Vereinbarkeit der Berufstätigkeit der Eltern mit der Betreuung in Vertretungssituationen soll dauerhaft gesichert werden. Die Koordinierungsstelle begleitet das Modell, welches bedarfsgerecht weiterentwickelt wird.

Die Erziehungs- und Bildungspartnerschaft ist wesentliche Grundlage für die Zusammenarbeit von Eltern und Kindertagespflegepersonen. Alle Beteiligten sollen durch Beratung, Vermittlung und Begleitung unterstützt werden. Dies betrifft Einzelfallberatungen, Unterstützung bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen und deren fortlaufende Anpassung an die gesetzlichen Bedingungen. Kindertagespflegepersonen können spezifische Fortbildungsangebote wahrnehmen. Zudem sind Elternbefragungen und weitere Evaluationen zur Zufriedenheit aller Beteiligten vorgesehen.

Die Kindertagespflege soll sich mit einer guten Qualität im Betreuungssystem etablieren. Dabei werden von der Kommune verschiedene Formen und Modelle der Kindertagespflege (Selbstständigkeit, Anstellungsverhältnis) unterstützt. Ausbau und Verstetigung des Netzwerks „Kindertagespflege“ befördern den Prozess der Weiterentwicklung. Die Koordinierungsstelle beteiligt sich am Diskurs zur Weiterentwicklung der Kindertagespflege auf Landesebene, setzt sich für Formenvielfalt ein und ermöglicht durch die Mitarbeit im Expertenpool die Konkretisierung der spezifischen Merkmale in Abgrenzung zur Kindertageseinrichtung.

Zur attraktiven Gestaltung des Tätigkeitsfeldes Kindertagespflege will die Stadt Gera die Vergütung neu ausgestalten. Die landesweite Regelung zur leistungsgerechten Bezahlung in der Kindertagespflege dient als Grundlage für die weiteren Anpassungen. Die Stadt Gera will auf Landesebene eine Dynamisierung unterstützen.

Kontakt

Trägerwebseite:

http://www.gera.de

Kooperationspartner*innen:

Ländliche Erwachsenenbildung Thüringen e.V. (LEB)

Adresse:

Stadtverwaltung Gera
Fachdienst Kinder- und Jugendhilfe
Gagarinstr. 99/101
07545 Gera

Ansprechpartner*innen:

Kerstin Tscharntke
Fachgebietsleiterin
Tel.: 0365 838 3440
E-Mail: tscharntke.kerstin@gera.de

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