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Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin

Kindertagespflege ist seit Jahrzehnten ein wichtiges und adäquates Angebot, um der gleichbleibend großen Nachfrage nach Kindertagesbetreuung durch den starken Zuzug in die Bundeshauptstadt gerecht zu werden. Beim stetigen Ausbau an Plätzen richtet Berlin den Fokus auf die Qualität sowie die Gewinnung und Bindung von Fachkräften in Kindertagespflege. Wie im Vorgängerprogramm wird die Qualifizierung nach dem QHB landesweit gestärkt. Gemeinsam mit den 12 Jugendämtern werden Modelle zur Vertretung wie auch Inklusion entwickelt. Das Instrument zur internen Evaluation in Kitas wird auf die Kindertagespflege übertragen (Interne Evaluation in der Kindertagespflege), das innerhalb eines Aufgabenbereiches ebenfalls die Beteiligung der Eltern vorsieht.
Für die Umsetzung des Bundesprogramms „ProKindertagespflege“ ist die Koordinierungsstelle ein Schlüssel zur Weiterentwicklung der Kindertagespflege. Innerhalb des Bereiches der Fachberatung wird der Fortbildungsbedarf erhoben und es werden Angebote zur Weiterqualifizierung gemacht sowie die Qualitätssicherung weiter entwickelt. Der erarbeitete Ordner (Reader Kindertagespflege) für die Fachberatung wird zur Wissensweitergabe erweitert und gepflegt.
Die Beziehungen zu den Kooperationspartnern werden durch die Koordinierungsstelle weiterhin gepflegt.

Besonderheiten des Vorhabens

  • Landesbedingte Umsetzung des Bundesprogramms in einem Modellstandort, der auf kommunaler Ebene 12 Jugendämter vereint.
  • Einführung einer internen Evaluation für die Kindertagespflegepersonen mit Beteiligung der Eltern im Bereich Erziehungspartnerschaften.

Qualifizierung nach dem QHB (Kompetenzorientiertes Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege)

Die Qualifizierung nach dem QHB führt zur Betreuung von durchschnittlich mehr Kindern. Die damit verbundene Existenzsicherung bindet die Fachkräfte für Kindertagespflege dauerhaft in der Ausübung ihrer anspruchsvollen Tätigkeit. Die zwei Bildungsträger, die ein Gütesiegel des Landes vorweisen, verzeichnen eine große Nachfrage nach QHB-Qualifizierungskursen. Damit besteht weiterhin der Bedarf an Referierenden, die das Train-the-Trainer-Seminar absolviert haben. Um die Berliner Kindertagespflegepersonen bestmöglich auf ihre Tätigkeit vorbereiten zu können, wird von den Bildungsträgern eine Anpassung der Lehrmaterialien an die Zielgruppe und an die Erfordernisse des Landes erarbeitet, was ein hohes Maß an Kooperationsarbeit erfordert, die von der Koordinierungsstelle weiterhin begleitet und dokumentiert wird.

Anzahl Tagespflegepersonen

1.662 (Stand März 2019)

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Themenfelder

Zur Akquise von neuen Fachkräften in Kindertagespflege wurde eine „Broschüre Kindertagespflege“ veröffentlicht. Die für die Tätigkeit erforderliche Qualifizierung nach dem QHB soll (dauerhaft) für die Teilnehmenden kostenfrei angeboten werden. Daran lassen sich attraktive Aufstiegschancen und Vergütungsstrukturen koppeln, die Anreize zum langfristigen Verbleib in dieser Tätigkeit schaffen. Für eine gezielte Auswahl geeigneter Bewerberinnen und Bewerber wird die Kooperation mit Jobcentern angestrebt. Die Möglichkeit zur berufsbegleitenden Ausbildung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher wird weiterhin unterstützt.

Wie die Begleitung der Fachberatung in diesen Prozessen in den vergangenen Jahren bewiesen hat, gibt es einen hohen Informations- und Abstimmungsbedarf, der durch die Koordinierungsstelle weiter vorangetrieben wird, denn die Beschreibung der vielfältigen Arbeitsprozesse und Aufgabenfelder der Fachberatung (z. B. Eignungsüberprüfung, Fachaufsicht, kompetenzorientierte Beratung und Vernetzungsarbeit) dient der Qualitätssicherung des Gesamtsystems. Häufig sehen sich Fachberaterinnen in der Vermittlerrolle zwischen Eltern und Kindertagespflegepersonen und müssen entsprechendes Handwerkszeug vermittelt bekommen (Gesprächsführung, Moderation). Zudem besteht ein erhöhter Fort- und Weiterbildungsbedarf, da eine hohe Fluktuation in der Fachberatung herrscht (Generationenwechsel). Zu Fort- und Weiterbildungsbedarfen der Fachberatung wird von der Koordinierungsstelle ein erweitertes Konzept erarbeitet, das den gesteigerten Erwartungen an den Bildungsauftrag der KTP gerecht wird. Bei der Einführung der „Internen Evaluation“ werden sie gezielt geschult, um die Prozessqualität der Kindertagespflege voranzubringen.

In Berlin gibt es eine spezifische Fortbildung für Kindertagespflegepersonen, die behinderte oder von Behinderung bedrohte Kinder betreuen. Sie wurde auf Kinder mit Fluchterfahrungen erweitert (Pflegeelternschule). Die Teilnahme ist Grundlage für die Betreuung eines Kindes mit besonderen Bedarfen. Dafür werden Zuschläge zum Betreuungsentgelt nach Pflegeaufwand des Kindes gezahlt. Vor diesem Hintergrund soll das Gesamtkonzept Inklusion überarbeitet werden. So ist z. B. ein 100%-iger Zuschlag für schwerstbehinderte Kinder angestrebt.

Meist verfügen nur Verbundpflegestellen im System der Kindertagespflege über ein gesichertes Vertretungskonzept. Dies erfordert ein hohes Engagement der Familien im Vertretungsfall. In den Jugendämtern wird an verschiedenen Vertretungskonzepten gearbeitet, deren Finanzierung mit dem Gutscheinsystem in Berlin entsprechend zu regeln ist. Verschiedene Modelle sollen entwickelt und erprobt werden, wie beispielsweise Zusammenschlüsse von Kindertagespflegepersonen im Tandem-Modell oder in einem Betreuungsstützpunkt. Ausschlaggebend ist der zuverlässige Beziehungsaufbau für die Kinder. Außerdem sollen die Sprecher der Vernetzungsgruppen vergütet werden, damit Vertretungsgruppen entstehen. Des Weiteren werden Schulungskurse für Vertretungskräfte durchgeführt.

Partizipation soll weitergedacht werden und in das Qualitätssicherungssystem der Kindertagespflege miteinbezogen werden. Ein erster Vorstoß soll durch die Interne Evaluation in Anlehnung an das Berliner Bildungsprogramm in der Kindertagespflege gewagt werden. Im Zuge der Einführung, Umsetzung und Durchführung der internen Evaluation in der Kindertagespflege, ist der Einbezug von Eltern in die Einschätzung der Prozessqualität in der einzelnen Kindertagespflegestelle ein Bestandteil. Zusätzlich sollen Fortbildungen zum Thema "Konfliktgespräch" durchgeführt werden.

In Berlin existieren bereits vielfältige Formen der Kindertagespflege: im Haushalt der Eltern, in eigenen Räumen, in angemieteten Räumen sowie zu besonderen Betreuungszeiten. Eine Besonderheit stellen die Verbundpflegestellen (in Abgrenzung zur Kita zwei Personen mit max. 10 Kindern) dar. Aufgrund des weiterhin anstehenden Ausbaus wird über städtebauliche Verträge in Kooperationen mit Kirchen und Wohnungsbaugesellschaften nachgedacht, die die Anmietung von Räumen erleichtern sollen.

Mit der nächsten Anpassung der Vergütung an den gesetzlichen Mindestlohn soll auch die mittelbar pädagogische Arbeit der Tagespflegepersonen vergütet werden. Um dem knappen Miet- und Gewerberaum im städtischen Bereich entgegenzuwirken, werden Mietzuschläge bei Bereitstellung von zusätzlichem Betreuungsraum oder in angemieteten Räumen gezahlt.

Kontakt

Trägerwebseite:

https://www.berlin.de/

Kooperationspartner*innen:

12 Bezirksämter, Gütesiegelbildungsträger: Familie für Kinder gGmbH und QUECC.

Adresse:

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie
Bernhard-Weiß-Str. 6
10178 Berlin

Ansprechpartner*innen:

Evelyn Kubsch
V A 15
Tel.: 90227 5394
E-Mail: evelyn.kubsch@senbjf.berlin.de

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