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Kreisausschuss des Landkreises Darmstadt-Dieburg

Die Kindertagespflege soll im kommunalen Gesamtsystem der Kindertagesbetreuung einen neuen Stellenwert als gleichwertiges Betreuungsangebot mit dem Auftrag qualifizierter Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern erhalten. Der Landkreis Darmstadt-Dieburg als Zuzugsgebiet will neben der Schaffung neuer Betreuungsplätze die Entwicklung und Sicherung der Qualität in der Kindertagespflege und damit auch eine höhere Akzeptanz dieser Betreuungsform erreichen. Dazu ist eine verstärkte Kooperation und Vernetzung mit den kreisangehörigen Kommunen und anderen relevanten Akteuren vorgesehen. Die Koordinierungsstelle wird beim Landkreis Darmstadt-Dieburg eingerichtet, der auch die Qualifizierung nach QHB selbst umsetzen wird. Die Koordinierungsstelle soll nach Ablauf des Bundesprogramms weiterhin die gemeinsamen Aufgaben und Ziele koordinieren. Dazu gehören die Entwicklung und Umsetzung von Vertretungsmodellen, die Erarbeitung von Standards in der Kindertagespflege und die Stärkung der Kooperation Kindertagespflege – Kitas.

Besonderheiten des Vorhabens

  • Elternpartizipation: Modell für Elternsprecher und Elternsprecherinnen initiieren und erproben

Qualifizierung nach dem QHB (Kompetenzorientiertes Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege)

Die Qualifizierung nach QHB wird als wichtiger Baustein zur Anhebung der Standards im Gesamtkonzept der Kindertagespflege gesehen. 2019 sollen die Rahmenbedingungen geschaffen werden, um ab 2020 auf dieses umfangreiche und qualitativ gute Konzept umzustellen. Deren Verstetigung soll ab 2021 erfolgen. Langjährig tätige Kindertagespflegepersonen sollen die Möglichkeit der Anschlussqualifizierung erhalten. Der Landkreis als antragstellender Träger setzt die Qualifizierung nach dem QHB mit erfahrenen Referenten selbst um. Teilnahmegebühren sollen nicht erhoben werden.

Anzahl Tagespflegepersonen

148 (Stand März 2018)

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Themenfelder

Zur Gewinnung neuer und zur Bindung bereits tätiger Kindertagespflegepersonen ist eine Vielzahl von Aktivitäten und Maßnahmen vorgesehen. Vier jährliche Informationsveranstaltungen zur Kindertagespflege werden das Berufsfeld darstellen, Infostände in den Kommunen ergänzen das Konzept. Dazu werden geeignete Informationsmaterialien zur Tätigkeit als Kindertagespflegeperson sowie zum erforderlichen Ausbau der Kindertagespflege in der Region erstellt. Kooperationspartner wie die Arbeitsagentur und das Jobcenter werden einbezogen. Das jährliche Sommerfest für alle Kindertagespflegepersonen bildet den Rahmen für die zentrale Zertifikatsübergabe.

Den vielfältigen fachlichen und rechtlichen Anforderungen soll mit umfangreichen Aktivitäten und der Weiterentwicklung des Netzwerkes mit regionalen wie auch überregionalen Partnern entsprochen werden. Dazu zählen Supervisionsangebote, ein jährlicher gemeinsamer Fachtag für Tagespflegepersonen und Fachberatung sowie gemeinsame Fortbildungen. Zudem sollen viermal im Jahr Kooperationstreffen der Fachberatung des Jugendamtes mit der Fachberatung des Kooperationspartners sowie der Interessengemeinschaft der Kindertagespflegepersonen stattfinden.

Zur Weiterentwicklung der Inklusion in der Kindertagespflege ist die Erarbeitung eines spezifischen Qualifizierungskonzepts vorgesehen. Kindertagespflegepersonen sollen in den bereits bestehenden Arbeitskreis einbezogen und die Sensibilisierung für dieses Thema vorangebracht werden. Im Anschluss an den Fachtag „Wie kann Inklusion in der Kindertagespflege im Landkreis Darmstadt-Dieburg gelingen?“ soll ein Praxishandbuch erarbeitet werden. Ein weiterer Fachtag wird zum Thema „Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung in der Kindertagespflege“ stattfinden. Vernetzung und Austausch mit anderen Fachdisziplinen unterstützen bei der Konzeptentwicklung zur Schaffung inklusiver Betreuungsangebote.

Kindertagepflege als verlässliches Betreuungsangebot umfasst auch die Schaffung passgenauer und praktikabler Vertretungsmodelle. Besondere Beachtung liegt hier auf der heterogenen räumlichen Struktur des Landkreises. Verschiedene Konzepte sollen erarbeitet und erprobt werden, darunter auch die Festanstellung von Kindertagespflegepersonen. Mittels Fragebogenerhebung sollen Bedarf und Erwartungen von Eltern und Kindertagespflegepersonen ermittelt werden, die Koordinierungsstelle wird mit der Fachberatung, der Interessengemeinschaft der Kindertagespflegepersonen und Elternvertretung kooperieren, die kreisangehörigen Kommunen werden in die Konzeptentwicklung einbezogen.

Neben der begleitenden Beratung von Eltern und Kindertagespflegepersonen sind verschiedene Aktivitäten für die Weiterentwicklung des Zusammenwirkens mit Familien geplant. So werden thematische Elternabende zu Themen aus den Bereichen frühkindliche Bildung und Sprachentwicklung durchgeführt, für 2021 ist ein Fachtag zum Thema „Partizipation von Kindern bzw. Eltern in der Kindertagespflege“ geplant. Modelle für Elternpartizipation, Tätigkeit von Elternsprechern Elternsprecherinnen sollen initiiert und erprobt werden. Zudem sollen jährlich zwei gemeinsame Fortbildungen für Kindertagespflegepersonen und Eltern stattfinden.

Das Profil der Kindertagespflege mit ihren besonderen Merkmalen soll herausgearbeitet, geschärft und gestärkt werden insbesondere im Hinblick auf die Unterschiede zur institutionellen Kindertagesbetreuung. Kriterien für die Beschreibung der Kindertagespflegestellen in „Steckbriefen“ werden erarbeitet,  um die Verschiedenartigkeit der Angebote der einzelnen Kindertagespflegestellen aufzuzeigen. 2020 sollen diese individuellen Betreuungsangebote erfasst und veröffentlicht werden.

Das Vergütungssystem soll im Hinblick auf Maßnahmen für eine existenzsichernde Vergütung geprüft und überarbeitet werden. Dabei ist die Zusammenarbeit mit benachbarten Städten und Landkreisen zur Harmonisierung der laufenden Geldleistung vorgesehen. In der Diskussion zur Satzungsänderung sollen verschiedene Aspekte Beachtung finden, so die Berücksichtigung spezieller Qualifizierungen, Bonus für die Bereitstellung von Praktikumsplätzen, freie Tage für Fortbildungen, klare Regelungen für Urlaub und Krankheit.  Zum fachlichen Austausch wird 2019 eine Arbeitsgruppe initiiert. 2020 soll die Vorlage für eine neue Satzung erstellt werden.  

Kontakt

Trägerwebseite:

http://www.ladadi.de

Kooperationspartner*innen:

Landkreis Darmstadt-Dieburg

Adresse:

Kreisausschuss des Landkreises Darmstadt-Dieburg
Jägertorstr. 207
64289 Darmstadt

Ansprechpartner*innen:

N.N.
Koordinierungsstelle Bundesprogramm „ProKindertagespflege“
Tel.: 06151 881 1441
E-Mail: jugendamt@ladadi.de

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