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Zusatzlogo: Gezeichnetes Kind springt auf farbigen rechteckigen Blöcken.

Kreis Herzogtum Lauenburg

Die Kindertagespflege im Kreis Herzogtum Lauenburg soll wegen ihrer besonderen Merkmalen ihre fachliche Qualität steigern und mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit (bei Eltern, Gemeinden und nicht zuletzt bei den Einrichtungen) erfahren, um sich als adäquate Alternative im System der Kindertagesbetreuung zu etablieren. Eingebettet in den Reformprozess im Land soll eine Gesamtkonzeption Kindertagespflege geschaffen werden. Auf der Basis einer umfassenden Bestands- und Bedarfsanalyse sollen konkrete Maßnahmen zur Profilierung und Qualitätssteigerung beitragen. Dazu gehören die Entwicklung und Publizierung von kreisspezifischem Informationsmaterial. Bessere Rahmenbedingungen steigern voraussichtlich die Attraktivität, als Kindertagespflegeperson tätig zu werden. Ab 2020 wird deren Qualifizierung nach dem QHB erfolgen. Bereits vorhandene Fortbildungsangebote werden bedarfsentsprechend weiterentwickelt. Die Vernetzung der Tagespflegepersonen soll koordiniert und befördert werden und zudem ein kreisweites Vertretungssystem entwickelt und installiert werden.

Besonderheiten des Vorhabens

  • Gesamtkonzeption Kindertagespflege vor dem Hintergrund des landesgesetzlichen Reformprozesses

Qualifizierung nach dem QHB (Kompetenzorientiertes Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege)

Damit sich Kindertagespflege als wichtiges, gleichberechtigtes Angebot neben der institutionellen Betreuung profiliert, sollen mit der Implementierung des QHB die Qualitätsstandards angehoben werden. Die Aufwertung des Lernorts Praxis, die Verknüpfung mit der Theorie, die Selbstlernelemente und vor allem die Kompetenzorientierung werden als besonders sinnvoll erachtet und durch den Fachdienst unterstützt. Ab 2020 wird die Qualifizierung nach QHB durch einen zertifizierten Träger erfolgen. Dazu wird ein Pool an Praktikumsstellen aufgebaut, die entsprechend Vorbereitung und Begleitung erhalten.

Anzahl Tagespflegepersonen

111 (Stand September 2019)

Logo Lauenburg

Themenfelder

Die Öffentlichkeitsarbeit soll über die Presse und mit einem aussagekräftigen Internetauftritt intensiviert werden und Interessierten einen ersten Zugang zu Informationen zur Kindertagespflege ermöglichen. Feste Ansprechpartnern und Ansprechpartnerinnen in der Fachberatung und attraktive Rahmenbedingungen wie höhere Förderung, koordinierte Vernetzung der Tagespflegepersonen und ein verlässliches Vertretungssystem tragen zur Motivation und längerfristigen Bindung der Tagespflegepersonen im Tätigkeitsbereich bei.

Mit einer zusätzlichen Stelle neben der Koordinierungsstelle sollen die Aufgaben von Fachaufsicht und Fachberatung effektiver gestaltet und an die steigenden Anforderungen angepasst werden. Dazu zählt die enge Zusammenarbeit und Abstimmung der Fachberatung mit dem Qualifizierungsträger. Die Beratung und Begleitung sowohl der Eltern als auch der Kindertagespflegepersonen sollen damit intensiviert werden.

Inklusive Betreuung wird bisher in Einzelfällen bereits in Kindertagespflege umgesetzt. Die Kindertagespflegepersonen zeigen große Offenheit für das Thema Inklusion. Für sie soll ein Qualifizierungs- und Fortbildungsprogramm entwickelt und etabliert werden, das sie gezielt befähigt, den besonderen Förderansprüchen dieser Kinder gerecht zu werden.

Bereits bekannte Vertretungsmodelle (Freihalteplätze, Springer etc.) werden daraufhin geprüft, inwiefern sie den besonderen Herausforderungen eines Flächenkreises und den pädagogischen und organisatorischen Voraussetzungen entsprechen können. Dabei sind die Möglichkeiten der Landesförderung einzubeziehen. Die Beteiligung der Tagespflegepersonen an der Entwicklung des Konzepts ist wesentliches Kriterium. Ggfs. ist ein freier Träger bei der Umsetzung einzubeziehen.

Eine passgenaue Vermittlung soll sich als gute Grundlage für eine gute und gelingende Partnerschaft zwischen Eltern und Kindertagespflegepersonen entwickeln. Der Ausbau der Fachberatung und deren Sicherung über das Jahr 2021 hinaus bringt hier neue Möglichkeiten mit sich. Supervisionsangebote für den Konfliktfall werden als hilfreich angesehen, der Bedarf an weiteren Maßnahmen und Angeboten wie bspw. eine Stärkung der Beteiligungsprozesse oder des Beschwerdemanagements soll ermittelt werden.

Kindertagespflege zeichnet sich im Wesentlichen in ihrer Familienähnlichkeit aus und stellt ein wesentliches Qualitätsmerkmal dar. So wird in erster Linie Kindertagespflege im eigenen Haushalt angeboten werden. Beim Aufbau eines Vertretungsmodells soll die Kindertagespflege im Angestelltenverhältnis geprüft werden, die bisher im Landkreis jedoch noch nicht existiert. Zusammenschlüsse oder Großtagespflegestellen wird es auch zukünftig nicht geben.

Das bestehende Vergütungssystem wird in Bezug auf die landesrechtlichen Regelungen geprüft und weiterentwickelt und das Kreisrecht angepasst. Die kreisangehörigen Gemeinden, die bisher einen freiwilligen Beitrag zur Kindertagespflege leisten, werden in diesen Prozess einbezogen. 

Kontakt

Trägerwebseite:

https://www.kreis-rz.de/kindertagespflege

Adresse:

Kreis Herzogtum Lauenburg
Fachdienst Kindertagesbetreuung, Jugendförderung und Schulen
Barlachstraße 5
23909 Ratzeburg

Ansprechpartner*innen:

Sarah Manske
Koordinierungsstelle Bundesprogramm „ProKindertagespflege“
E-Mail: manske@kreis-rz.de

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